Vegetarier

Wie ich zum Vegetarier wurde

 

Jan 08

 

Wenn die Impulse, ein bekennender Vegetarier zu sein, nicht schon vom Elternhaus her kommen, wird man im Leben Erfahrungen gemacht haben, warum man sich in Ernährungsfragen außerhalb der normalen Gesellschaft bewegt.

 

Kindheit

Mein Vater hatte auf Grund eines Magenleidens erkannt, dass er seine Ernährung radikal umstellen mußte. Dazu gehörte u.a. viel rohes Gemüse. Auf diesem (Um)Weg bekamen auch wir Kinder etwas mehr Rohkost als es sonst der Fall gewesen wäre.

Aber sonst ist nichts erwähnenswert, was mein Essverhalten groß von dem meiner Mitmenschen unterschieden hätte.

 

Der alte Vegetarier

Ich muss um die 25 Jahre alt gewesen sein, als ich flüchtig einen Vegetarier kennen lernte.

Fakt war, dieser Mann war schon Rentner. Er dürfte also mindestens 65 Jahre alt gewesen sein. Er sah jedoch wesentlich jünger aus. Hätte ich sein Alter schätzen sollen, wäre ich vielleicht bei 40 gelandet. (Es sei aber erwähnt, dass junge Menschen im Alter schätzen noch etwas unerfahren sind)

Ein Weltbild wackelte. Wie kann man durch vegetarische Ernährung so viel (positiven) Einfluss auf sein älter werden haben???

 

Die perfekte Frau

Einige Jahre später kam ich wieder in Kontakt mit einem bekennenden Vegetarier. Es handelte sich dieses Mal um eine Frau. Ihr Alter war mir unbekannt, doch sie dürfte nur wenig älter als ich gewesen sein. Was war an ihr so erwähnenswert? Sie sah nach meinem Dafürhalten einfach perfekt aus, beneidenswert perfekt. Da stimmte einfach alles.

Und wieder wackelte ein Weltbild. Wieso ist es möglich, dass man dadurch, dass man von Gott gegebene Nahrung ablehnt, so wunderbar aussehen kann. Das Gegenteil hätte aus meiner Sicht der Fall sein müssen.

 

Die Ärztin

Viele Jahre später erfuhr ich von einer Bekannten, (sie hatte eine Anstellung bei einer Ärztin für Naturheilverfahren gefunden), dass ihr Arzt ihr gesagt hätte, dass die meisten Krankheiten durch tierische Nahrung bedingt seien.

Und wieder wackelte das Weltbild. Wie können Krankheiten (ich dachte nicht an Übergewicht, sondern eher an Infektionskrankheiten) durch tierische Nahrungsaufnahme bedingt sein? Das sind doch Bazillen oder Viren, die man sich einfängt. Aber dennoch kam mir das, was mir jene sagte, vertrauenswürdig vor.

 

Außerirdische

Es muss so Ende der 80iger Jahre gewesen sein, als ich meinen Horizont etwas erweiterte. Ich begann nach den Rätseln des Lebens zu suchen. Immer wieder wurde ich mit dem Wirken von Ausserirdischen konfrontiert. An diesen schien offenbar kein Weg vorbei zu gehen. Ich begann mich völlig neu auszurichten. Intensiv studierte ich alles, was es damals zu diesem Thema zu beschaffen gab.

Nun, das ist eine Geschichte für sich, die so manches Erlebnis für mich bereit hielt.

 

Wer sucht, findet

Und in der Tat gibt es zahllose veröffentlichte Berichte von Menschen, die in Kontakt mit Ausserirdischen gerieten. Was man ihnen jeweils mitteilte, war natürlich ganz unterschiedlich und auf die jeweilige Situation zugeschnitten. Auch dürften es längst nicht immer die selben ausserirdischen Gruppen gewesen sein, mit denen ein Kontakt zustande kam. Aber eines hatten jene "Fremden" quasi jedem "Kontaktler" mitgeteilt. Sie selbst würden sich vegetarisch ernähren. Und genau das empfahlen sie auch den Erdlingen.

 

Profitdenken

Muss man diese nun weiter hinterfragen? Sicherlich war ich damals in Sachen Ausserirdische noch recht blauäugig. Jetzt sehe ich einiges (in ihrem Verhalten) durchaus etwas kritischer – aber ihre Kompetenz in Sachen Ernährung sollte doch denen der irdischen Wissenschaftler weit überlegen sein. Bei uns auf der Erde (der Planet der Lüge) findet allerorts Desinformation statt. Wirtschaftliche Interessen bestimmen unser Denken. Bringt etwas Profit, dann ist es gut, obwohl die Schädlichkeit erwiesen ist. …..

 

Ernährungsumstellung

Für mich war der Fall eindeutig. Die Ausserirdischen (in ihrer Mehrzahl) legen uns eindeutig eine vegetarische Ernährung nahe, um gesund und bereit für die neue Zeit zu sein. Von heute auf morgen verunreinigte ich meinen Körper nicht mehr mit Tierkadavern.

 

Gesundheit

Mir ging es zusehends besser. Ein Blick in die Personalakte meines Arbeitgebers würde den Beweis liefern. Nur ein einziges Mal bin ich seit meiner Ernährungsumstellung (das ist immerhin fast 20 Jahre her) der Arbeit wegen Krankheit fern geblieben.

 

Kein Mangel

Der eine oder andere mag fragen: "Fehlt dir nichts?" "Nein", würde ich darauf antworten. Die Möglichkeiten, sich in unserer Zeit vegetarisch zu ernähren sind so vielfältig, dass man (geschmacklich) keine Nachteile zu befürchten hat. Es gibt auch keine Ausreden (wie meinetwegen im Mittelalter) als Tiere im Winter geschlachtet wurden, um den Hunger bei der oft knappen Nahrungsmittelversorgung zu mildern.

 

Rohkost

Ich hatte auch vordem immer gerne Rohkost gegessen. Und jetzt durfte ich mich mit Rohkost satt essen. Wer denkt, mir würde etwas fehlen, der irrt völlig. Aus meiner Zeit als Allesfresser weiß ich noch (immer) ganz genau, wie das eine oder andere Fleischgericht schmeckt. Und sollte ich an noch so vielen duftenden Braten vorbeigeführt werden um mich zu verführen, es gäbe nichts, was ich dem noch abgewinnen könnte. Keine Träne, die Augen bleiben trocken – ausser vielleicht beim Zwiebelschneiden.

 

Gesellschaftlich

In einer fleischfressenden Gesellschaft ist man leider immer noch ein Sonderling. Zu jedem guten Büfett gehört selbstverständlich Fleisch, Fisch, viel Fleisch. Schließlich will sich der Gastgeber ja nicht lumpen lassen und Fleisch gilt schließlich als Inbegriff für ein gutes Essen. – Unter diesen Umständen kommen immer wieder Situationen vor, in denen ich nur bei der Dekoration (oder beim Nachtisch) etwas Essbares für mich finde.

 

Umdenken in der Gesellschaft

Dennoch muss positiv erwähnt werden, dass in den letzten Jahren ein langsames Umdenken stattgefunden hat. Zumindest gibt es immer mehr Vegetarier und folglich sind diese nicht mehr nur einige wenige Sonderlinge, sondern sie können sich einer wachsenden Schar Gleichgesinnter erfreuen. Und so beginnen der Handel und auch die Gastronomie diese Käuferschicht zu entdecken und machen es den Vegetariern etwas leichter, ihren Essgewohnheiten nachzugehen.

 

Umstellungsgründe

Warum man zu einem bekennenden Vegetarier wird, mag unterschiedliche Gründe haben; die meinigen habe ich kurz aufgezeigt.

Manche werden eher aus gesundheitlichen Gesichtspunkten Vegetarier. Hinweis: Die Schadstoffanreicherung ist in tierischer Nahrung um ein vielfaches höher als in pflanzlicher Nahrung.

Ein ganz wesentlicher Punkt ist, dass viele Menschen deswegen Vegetarier werden, weil ihr Gewissen schlägt, wenn sie (getötete/geschlachtete) Tiere essen.

 

Unser Empfinden

In der Natur sehen wir, wie fressen und gefressen werden normal zu sein scheint. Ja, das ist schon eine merkwürdige Welt. Aber wir Menschen haben Gewissen und Bewusstheit. Uns sollte unser inneres Empfinden sagen, dass Tiere keine Handelsware sind, sondern irgendwo im Ökosystem ihren (gottgegebenen) Platz haben.

 

Tierhaltung

Ob die "artgerechte" Tierhaltung auch wirklich eine solche ist, darüber kann man streiten (Ansichtssache). Doch die Regel ist eine "konventionelle" Tierhaltung. Diesen an sich harmlosen Begriff "konventionelle Tierhaltung" kann man auch mit dem Begriff "Tierquälerei" (KZ-Haltung) auswechseln, ohne dass es an der Bedeutung etwas ändern würde. Dazu kommen u.a. oft qualvolle tagelange Transporte auf engstem Raum und ohne Wasser. Der Frevel, den die zivilisierte Menschheit in dieser Hinsicht treibt, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Und jeder, der sich am Fleischkonsum beteiligt, macht sich mit schuldig.

 

Tierfreunde

Manches ist unglaublich paradox und kaum zu überbieten. Ich denke an all die vielen "tierlieben" Menschen mit ihren abermillionen Vierbeinern. Ihnen ist nicht bewusst, wie viele Schweine oder Rinder "Schnuffi" so im Laufe seines Lebens auffrisst? Nennen sie das Tierliebe? Sie haben ihren Hund oder ihre Katze gewiss sehr lieb und sind womöglich bereit hohe Arztkosten zu bezahlen, damit das sterbenskranke Tier noch etwas länger leben kann. Doch eines sind sie gewiss nicht: Sie sind keine Tierfreunde. (Und merken es nicht einmal).

 



Autor: B. Freytag

www.berndfreytag.de/diesudas/vegetarier.htm