Meine Lebensphilosophie

Gedanken zur Zeit, zum Geld und  Konsum

 

Sept.08

 

Was ich an dieser Stelle schreibe, tue ich mit ziemlich genau 57 Jahren. Damit will ich sagen, dass ich in jüngeren Jahren gewiss einiges etwas anders gesehen hätte.

Ich will keineswegs behaupten, ich hätte mich immer richtig verhalten; auch ich bin ein Kind meiner Zeit und der Gesellschaft, die mich geprägt hat. – Und wenn man nicht zum Totalaussteiger werden will, muss man sich schon irgendwie mit den Situationen arrangieren, in denen man lebt. D.h., wenn man sich selbst und der Gesellschaft in irgendeiner Weise gerecht werden will, muss man auch Kompromisse eingehen.

Ein solcher Kompromiss beginnt schon damit, dass ich  es zulasse, um 5 Uhr vom Wecker aus dem Schlaf gerissen zu werden. – Nicht weil ich das so will, sondern weil ich ein Konsument bin. Und um der Gesellschaft nicht auf der Tasche zu liegen, muss ich eine Dienstleistung erbringen, die im Gegenwert in etwa meinen Ansprüchen gerecht wird.

Nun, um diese Thematik soll es auf den nächsten Seiten vordergründig gehen.

 

Arbeit

Arbeit muss sein, das hatte ich oben erwähnt. Und Arbeit kann auch "Spaß" machen. Neulich wurde mir aber von einem Vorgesetzten erklärt, dass der "Spaßfaktor" nicht Bestandteil meiner Arbeit sei; womit er gewiss recht hat. Doch andersherum gefragt, ist man wirklich effektiv, wenn man unmotiviert ist? Das, was man unter Spaß an der Arbeit versteht, ist ohnehin ein Spaß (gute Laune) auf niedrigem Niveau. – Und wenn dieses (z.B. lachende Kollegen) nicht einmal gewährleistet werden kann, haben aus meiner Sicht die Arbeitgeber den "Schwarzen Peter" in der Hand.

 

Wirtschaftswunder 

Ich begann Ende der Sechziger ins Arbeitsleben zu gehen. Wirtschaftswunder und hohe Produktivität bestimmten jene Zeit.

Den Arbeitern wurden nach und nach (über einen Zeitraum von über 30 Jahren) immer mehr Rechte zugestanden und die Arbeitsbedingungen und die Arbeitszeiten wurden menschlicher. Der Urlaub wurde verlängert, Gleitzeiten bestimmten das Kommen und Gehen und die Arbeitszeit wurden in vielen kleinen Schritten, auf einen langen Zeitraum verteilt, auf 35 Stunden in der Woche reduziert.

 

Die Wende

Ich meine nicht die Wende in Sachen neue Bundesländer; doch eigentlich waren es Entwicklungen, die ziemlich parallel verliefen, denn mit der Wende setzte auch wenig später die Wende der Arbeitsmoral in unserem Land ein.

"Die am Ruder der Politik" hatten sich verrechnet. Nein, das hatten sie nicht, denn schon unter Adenauer war bekannt, dass z.B. der genealogische Faktor, den man uns in der Schule als die soziale Errungenschaft überhaupt verkauft hatte, der so genannte "Generationenvertrag", mittelfristig nicht mehr funktionieren würde. Doch dem deutschen Volk, einem Volk, welches schon von vielen Regierungen davor bitter enttäuscht und betrogen wurde, wurde diese Lüge (die Rente ist sicher) weiterhin verkauft. Wehe jenen, die es besser wussten. Doch wussten dies überhaupt viele aus dem Volke besser? Die verantwortlichen Stellen, insbesondere die Regierungen mit ihren Sprechern, versicherten hoch und heilig, die Rente ist sicher. Von allen Seiten wurde dies versichert. – Wer nicht gerade Einblick in die Materie hatte, wird bestimmt keinen Zweifel daran bekommen haben. Allgemeine Informationsportale, wie das Internet waren damals noch nicht vorhanden.

 

Die Lügen um die Rente

So, und nun werden wir eben zu alt. Wir werden älter denn je. Die Statistiken belegen das. Nun ja, das haben die Politiker und ihre bezahlten wissenschaftlichen Sprecher uns (der Öffentlichkeit) immer wieder erzählt, so lange, bis es die Masse begriffen hatte. So kann fast schon jeder damit rechnen einmal 100 zu werden. (Auch wenn das nicht ausdrücklich behauptet wurde, so wurde den Bürgern das schon einmal impliziert. Parallel dazu wurde dann das Renteneintrittsalter um zwei Jahre erhöht. Und wenn man dann noch von 67 an bis 100 seine Rente erhält, immerhin noch 33 Jahre, so klingt das doch ganz gut.

Gerne wird übersehen, dass jene, die wirklich arbeiten (also jene von der Basis) statistisch sowieso eine etwa 10 Jahre kürzere Lebenserwartung haben. Sie werden also nicht etwa 100, sondern, wenn sie überhaupt ihr Renteneintrittsalter erreichen, statistisch so um die 70 Jahre. Dann müsste die Solidargemeinschaft (Rentenkasse) im Normalfall einem Arbeiter etwa drei Jahre Rente zahlen. Danach wäre sie schon ihrer Zahlungspflicht entbunden.

Der Betroffene hätte also (durchschnittlich versteht sich) von seinen Rentenzahlungen, die er ja wahrscheinlich über 40 Jahre geleistet hat, gerade einmal einen Bruchteil für sich herausbekommen.

 

Statistiken

Statistiken kann man beliebig präsentieren.

Nimmt man die 60jährigen, und von jenen die, die einigermaßen gesund sind, mögen diese tatsächlich noch auf ein durchschnittliches Alter von 80 Jahren kommen.

Ist man bereits 80, wird man statistisch sogar noch 87 Jahre alt. Doch die 100jährigen bleiben die ganz große Ausnahme. (Auch jetzt noch!!!)

 

Bis 67 arbeiten 

Für jene, die vom Schreibtisch aus andere Menschen beaufsichtigen, ist es vielleicht durchaus denkbar, dass diese bis 67 arbeiten. Doch für die Masse des Volkes (Eine Pyramide hat nun mal eine wesentlich breitere Basis) geht die Rechnung nicht auf, denn körperlich schwere Arbeit, oder Arbeit, die erhöhte Konzentration und Verantwortung erfordert, ist ab einem bestimmten Alter nur noch eingeschränkt möglich.

Von den über 55jährigen sollen keine 50% mehr in Arbeit stehen!

 

http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/63608/

In der Rentendebatte werden Forderungen erhoben, das offizielle Rentenalter auf 67 oder gar auf 70 Jahre anzuheben. Aber derzeit arbeiten kaum noch 10% bis zum Rentenalter von 65. Der häufigste Zustand vor der Rente ist der Bezug von Arbeitslosenunterstützung geworden. Die Ursache ist der sogenannte "Vorruhestand": Arbeitslosigkeit von mindestens einem Jahr Dauer ist - außer der Altersteilzeit - für erwerbsfähige Männer der einzige Weg zu einer Rente schon mit 60.

Aus diesen Gründen konzentriert sich die Altersarbeitslosigkeit auf die Altersgruppe 55-59. Der Anteil dieser Gruppe an den Leistungsbeziehern ist doppelt hoch wie ihr Anteil an der Bevölkerung im Erwerbsalter; ihre Arbeitslosenquote ist sogar mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Quote.

 

Da stimmt doch etwas nicht. Wenn wir bis 67 der Arbeitspflicht unterliegen (anders kann ich es nicht nennen), dann sollte auch bis zu jenem Alter die Arbeitsfähigkeit im Normalfall gewährleistet sein. – Ist sie aber nicht!!!

 

Kein Interesse an über 45jährigen

Irgend etwas hindert die Arbeitgeber massiv daran ältere Arbeiter einzustellen. Und da ist nicht etwa von den 55jährigen die Rede, sondern schon von jenen, die gerade erst 45 Jahre alt sind.

Hier werden wir also auf breiter Front schon wieder belogen. Denn wenn wir mit 55 noch so gut für den Arbeitsmarkt qualifiziert wären, würden die Arbeitgeber die Älteren mit Kußhand nehmen, schon wegen ihrer größeren Erfahrung. – Das ist jedoch nicht der Fall.

Machen wir uns nichts vor, ein älterer Mensch ist für den Arbeitsmarkt mit zunehmenden Alter (fast immer) uninteressant.

Also müssen wir der Opposition (in diesem Fall den Linken) Recht geben, dass die Erhöhung des Arbeitsalters nichts weiter als eine Rentenkürzung ist!!!

 

Die Zukunftslüge

Doch mit einer Rentenkürzung würde die Rechnung immer noch nicht aufgehen, und deswegen sollen wir schon möglichst früh möglichst viel Geld für unsere Alterssicherung zurücklegen.

Wie dumm muss man sein, um tatsächlich zu meinen, ein 20Jähriger würde 50 Jahre später einmal von seinem zurückgelegten Geld einen menschenwürdigen Lebensabend führen können?

Warum die Rechnung nicht aufgeht und die Politiker uns auf breiter Front wieder belügen, sollte mit ein wenig Weitsicht doch für jedermann erkennbar sein.

Unsere Staatsschulden sind astronomisch hoch. Diese lasten auf dem Volk. Bei nächstbester Gelegenheit (z.B. einer allgemeinen Wirtschaftskrise / Börsencrash / Krieg / globale Katastrophe, …) wird man nichts eiligeres zu tun haben als einen Neuanfang zu machen. Die Staatsschulden sind dann von heute auf morgen ausgeglichen, genauso aber auch alle für den Lebensabend zurückgelegten Gelder. – Und wenn man meint, das würde alles nicht passieren, hier noch ein Hinweis für die ganz Blauäugigen.

 

Geburtenrate 

Unser Volk hat eine Geburtenrate von 1,35. Das ist, wenn sich nicht sofort etwas gravierendes daran ändert, das Ende einer Nation. Wer bitte schön, will sich in einem Volk von Greisen, als Greis von seinen brav zurückgelegten finanziellen Rücklagen, einen schönen Lenz machen? Wie soll das gehen??? Selbst wenn wir also über finanzielle Mittel verfügen, die uns unter gegenwärtigen Verhältnissen ein gutes Leben gewährleisten würden, sieht man sich unter Bedingungen, die wir wahrscheinlich schon in nicht einmal 20 Jahren zu erwarten haben, dem Problem gegenüber, dass niemand mehr da ist, der bereit ist, für uns eine Dienstleistung zu erbringen; allenfalls für unverhältnismäßig viel Geld, und dann wären unsere finanziellen Mittel schneller verbraucht als wir es uns gedacht haben.

 

Versicherungen 

Jetzt, da ich diese Gedanken aufschreibe (Sept. 08) hat die US-Börse neuerlich einen Kollaps erlitten. Nun ist die Regierung nicht mehr bereit, allen insolventen Banken das nötige Kleingeld (100e von Milliarden) zuzustecken.

Einer, der davon betroffen war, ist der Versicherer AIG (American International Groups). – Nun, die USA liegen jenseits des Ozeans; doch was dort geschieht kann uns letztendlich auch treffen. Man sagt ja, wenn die USA einen Schnupfen bekommen, dann bekommt Europa die Grippe.

Stichwort Versicherer: Sind das nicht gerade jene Gesellschaften, die einen großen Teil unserer privaten Alterssicherung verwalten?

Vergesst es; eure Einlagen sind dort nicht sicher.

Von den Banken wird gesagt, dass im Falle eines Zusammenbruchs jedem Sparer zumindest noch 20.000 Euros sicher sind. Mag sein, doch wenn die Banken allesamt wie Dominosteine kippen??? Selbst wenn sie uns dann die fälligen 20.000 Euro auszahlen, wer sagt denn, dass jene Euros mit dem jetzigen Geldeswert überhaupt noch etwas gemein haben?

Zum Thema Bankensicherheit:

Da gibt es einen Bankensicherheitsfond. Dieser gaukelt dem Anleger die Sicherheit seines bei den Banken angelegten Geldes vor. Durch die neuerliche Bankenkrise, (Sept. 2008) in den USA, ist auch ein Ableger der Investment-Bank "Lehman Brothers" in Deutschland davon betroffen. Doch alleine der Konkurs dieser einen einzigen Bank (die vorher so gut wie niemand kannte) sprengt den Fond. Wer kann da wirklich von der Sicherheit, des in Banken angelegten Kapitals, reden?

 

Kinder

Der Ausweg aus diesem Teufelskreis wären allemal Kinder!!! Nur so und wirklich nur so ließe sich unsere Rente in der Zukunft sichern.

Doch wer will in einer Gesellschaft, mit den Zukunftsperspektiven wie wir sie derzeit haben, noch mit gutem Gewissen Kinder in die Welt setzen? Jeder, der etwas anderes sagt, ist ein Lügner oder er strotzt nur so von Inkompetenz.

Wir leben in einem Land, welches Kinder nicht wertschätzt. Sie werden als Last empfunden, sie kosten Geld, das wir lieber für andere Dinge ausgeben würden. Und jene, welche die Geschicke des Landes lenken, tun ihr Teil, damit es Eltern mit Kindern besonders schwer gemacht wird. Behördliche Auflagen, diverse Verpflichtungen, denen man nachzukommen hat, nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, seine Kinder zu erziehen und ein finanzieller Ausgleich, der unter den gegebenen Verhältnissen schon ein Hohn ist. Hier ließe sich noch weiter ins Detail gehen, doch warum sich ungebührlich darüber aufregen? Das Kind ist im wahrsten Sinne des Wortes bereits ins Wasser gefallen.

 

Kinder je frau 1950 - 2005

Grafik gefunden in: (http://kommentare.zeit.de/user/demograph/beitrag/2008/04/25/die-entwicklung-der-geburtenrate-deutschland)

 

Konsum

Warum Dinge haben, die man nicht braucht? Nur um meinem Umfeld zu zeigen, dass ich "WER" bin???

Das beste Beispiel sind die fahrbaren Untersätze. – Eigentlich möchte ich doch nur flexibel sein und günstig von A nach B kommen.

Dass es öffentliche Verkehrsmittel auch tun würden, weiß ich. Doch warum müssen diese so verflixt teuer sein??? Würde der Preis stimmen, wäre ich sicherlich bereit Wartezeiten und Umwege in Kauf zu nehmen. Doch die Bahn soll an die Börse, und deswegen muss sie profitabel sein, also muss sie Gewinn abwerfen. D.h., den Bahnkunden muss möglichst viel Geld (bis zur Schmerzgrenze) abgenommen werden. So kommen wir nicht weiter.

Also fahre ich (obwohl nicht gerade umweltverträglich) einen PKW. Ein Vierliterauto wohlgemerkt. Ich würde auch gerne auf Sportlichkeit und Geschwindigkeit verzichten, um besser noch mit drei Litern zu fahren. Geht nicht, weil die Industrie solche Autos dem Verbraucher nicht zumuten will. – Das Stichwort heißt "Premiumklasse", der "Deutsche" soll sich doch mit seinem Wagen identifizieren. Bestenfalls soll er damit sogar seine Komplexe etwas kompensieren können.

 

Geld übrig 

So habe ich meinen Konsum auf einen Level eingestellt, der mir jeden Monat Geld übrig lässt. Das empfehle ich übrigens auch jedem anderen. Warum Geld ausgeben, welches einem nicht gehört, für Dinge die nicht unbedingt nötig sind. Geld aufnehmen, der Staat ist da das beste NEGATIV-Beispiel. – Der lügt uns nicht nur ständig etwas vor, er legt auch Praktiken an den Tag, deretwegen ein Normalbürger im Normalfall nicht nur seine Bonität verlieren, sondern in den meisten Fällen insolvent würde. Um nicht zu sagen, dass Bürgern mit solch einem Geschäftsgebaren in Sachen Geldangelegenheiten gerichtlich ein Vormund zugewiesen würde. Ggf. wären auch Haftstrafen wegen Betruges und Veruntreuung angesagt.

Die Schulden, die auf jedem einzelnen Bürger ruhen, liegen (nach offiziellen Angaben) bei bereits über 20.000 Euro pro Bürger (incl. Kleinkind, Rentner und Arbeitslosen). Die tatsächlichen Schulden, die unter gewissen Umständen (Stichwort Bürgschaften) zusätzlich denkbar wären, sind kaum noch in Zahlen zu kleiden, weil sie dermaßen astronomisch hoch sind und jeder Verantwortliche nicht daran denken mag, sich einmal mit solchen Szenarien konfrontiert zu wissen.

Schon die "nur 20.000 Euro" Schuldenlast würden eine dreiköpfige Familie (einmal 4% Zinsen angenommen) schon mit monatlich 200 Euro belasten.

Da gibt der Staat also für jede Familie jeden Monat Unsummen von Geld aus, für ein permanentes Fehlverhalten seitens einer, aus meiner Sicht, nicht nachvollziehbaren Finanzpolitik.

 

Leere Worte

Mit Versprechungen und Absichtserklärungen (besonders vor Wahlen) haben es unsere Volksvertreter.

Jetzt haben sie sich verpflichtet, ab dem Jahre 2020, keine neuen Schulden mehr zu machen. Merkt denn das Volk nicht, wie es von diesen schamlosen Lügnern über den Tisch gezogen wird? Warum erst im Jahre 2020?

Wenn ein Bürger in die Schuldenfalle gerät, muss er sofort handeln. Und augenblicklich werden die Schuldner ihr Geld zurückfordern, er wird seine Bonität verlieren und oft kommt es dann zu Pfändungen.

 

Rechtsstaat?

Recht und Recht ist nicht gleich Recht. Wir nennen uns zwar Rechtsstaat, doch das sind halt nur Worte, die ausdrücken, dass nach gewissen Gesetzen "Recht" gesprochen wird. Viele Gesetze sind jedoch weit davon entfernt "(ge)recht" zu sein. An dieser Stelle nachzuhaken würde sehr schnell einen Wust von Ungerechtigkeiten zu Tage bringen, die im Namen des Volkes am Bürger begangen werden. Derzeit ist das Vorgehen der Politik von Lobbyismus geprägt. Einflussreiche Interessenvertreter sehen nur ihre eigenen Vorteile – alles wohlgemerkt zu Lasten einer gerechten Handhabung der Gesetze.

Zurück zu den leeren Versprechungen, die an Dreistigkeit wohl kaum mehr zu überbieten sind. 

 

Schulden sollen nie getilgt werden

In der Presse wurde diese Entscheidung als von historischer Tragweite gepriesen. Die verabschiedete Nullverschuldungsverpflichtung hat natürlich auch Ausnahmen. Weiterhin sind neue Schulden bis zu einer Höhe von 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erlaubt. Und unter außergewöhnlichen Verhältnissen (solche, wie die derzeitige Finanzkrise) sind selbstverständlich weiterhin höhere Schulden erlaubt.

Wir haben bestenfalls – wenn sich die Politiker selbst disziplinieren – eine geringere Schuldenaufnahme. Von Schuldentilgung ist nicht die Rede gewesen. Was mich befremdet ist überdies, dass viele Stimmen sich gegen eine Schuldenbremse aussprachen. Sie behaupten, dass gewisse Investitionen in der Zukunft reichlich Rendite tragen würden. Die ewig Gestrigen, oder die Lobbyisten, werden also weiterhin unser Denken zu beeinflussen gedenken.

 

Unfähige Volksvertreter

Und eine Frage habe ich da noch, "wer von den jetzigen Politikern, die für dieses Gesetz verantwortlich sind, wird wohl im Jahre 2020 noch an der Regierung sein???" – Da haben sie also nicht nur die von ihnen bislang aufgehäufte Schuldenlast der Nachfolgegeneration in die Schuhe geschoben, sondern ihr gleichzeitig noch Verpflichtungen auferlegt, wie sie es bitte schön besser zu machen hat. Das ist unfair und rücksichtslos. Mit anderen Worten ein Eingeständnis, dass die jetzt Regierenden sich als unfähig betrachten, für ihre Verschwendung einzustehen.

 

Widerstand vom Lobbyismus

Damit nicht genug, gibt es im Land immer noch Interessenvertretungen, die verlauten lassen, dass solch eine Schuldenbremse nicht nur gesamtwirtschaftlich fragwürdig sondern auch aus einzelwirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar wäre. Man erkennt auch hier deutlich die Handschrift gewisser Lobbyisten.

Hier ein Beispiel aus deren Denkschmiede:

"Für den Staat ist das besonders dramatisch, weil es durchaus eine Vielzahl potentieller öffentlicher Ausgaben gibt, die eine gesamtwirtschaftliche Rendite weit über den Zinskosten erreichen. Berechnungen zu Bildungsinvestitionen deuten oft auf Renditen von zehn Prozent und mehr hin, während der Staat derzeit nur knapp mehr als drei Prozent Zinsen auf seine Schulden zahlen muss."

Hätten diese Vordenker recht, hätte der Staat gewiss längst schon viel mehr Geld in die Bildung gesteckt. – Das hat er nicht – und ganz offensichtlich auch deswegen, weil die hier gemachte Behauptung bestenfalls nur für ein ganz kleines Klientel zutreffen würden.

 

Hauskauf

Auch für Privathaushalte sind Schulden nicht unbedingt gefährlich. Wenn eine Familie feststellt, dass sie sich mit einer monatlichen Hypothekenrate von 1000 Euro ein Haus leisten kann, für das sie sonst 1500 Euro Miete zahlen müsste, kann es durchaus sinnvoll sein, einen Kredit über mehrere Hunderttausend Euro aufzunehmen. Auch wenn das ein Vielfaches des Jahreseinkommens ausmachen kann.

Die Schuldenbremse soll aber nun gerade dem Staat das verbieten, was für Unternehmen und Privathaushalte vernünftig ist:

Der Schreiber vergisst, dass man einen Kredit für ein Haus sehr wohl im Volke akzeptiert, nicht aber für den Flachbildschirm. Und in diesem Falle handelt es sich um Schulden, die man auf eigene Verantwortung eingeht. Viele Bundesbürger mögen keine Schulden und würden sich schon deswegen auch keinen Kredit für ein Haus besorgen.

 

Schlechte Argumentationen

Ob die Bürger es wollen oder nicht, der Staat setzt sich über die Interessen und Ansichten der meisten Bürger hinweg. – Er verschuldet sich jedes Jahr aufs neue. Der Schuldenberg wird nicht abgebaut. Man denke an das Beispiel des Hauskäufers, der seinen Kredit in 10 oder 30 Jahren abbezahlt haben wird und danach schuldenfrei wäre. – Wer also mit solchen Argumenten (immer steigende Schulden sind volkswirtschaftlich vertretbar), der hält das Volk zum Narren, er verkauft es für dumm.

 

Der Crash kommt

So lange ich lebe, gibt der Bund mehr Geld aus, als er einnimmt. Jedes Jahr ohne Ausnahme!!! Schulden über Schulden, und inzwischen in solch einer Höhe, dass ein zurückzahlen völlig illusorisch ist. Wer das nicht glaubt, der hat sich noch nicht die Mühe gemacht, einmal durchzurechnen, wie das theoretisch bewerkstelligt werden könnte. Wie ich bereits erwähnte, nur der "Crash" wird das Problem lösen. Und schon deswegen wird dieser unweigerlich kommen müssen.

Wenn ein zurückzahlen in guten Zeiten nicht möglich war, und hinter uns liegen, wirtschaftlich gesehen, eine Menge guter Jahre, darf doch nicht annehmen, dass das unter erschwerten wirtschaftlichen Verhältnissen, in denen wir mittlerweile leben, gemacht werden kann. Und die eigentlichen kritischen Zeiten werden erst kommen.

Unser technologischer Vorsprung wird allemal noch ein Mittelmaß erreichen, d.h., mal eben deutsche Wertarbeit für viele Euros ans Ausland verkaufen, gehört der Vergangenheit an.

Der starke Anstieg der Rohstoffpreise verteuert die Produktionskosten und Lebenshaltungskosten zusätzlich.

Und wie bereits erwähnt, schwinden uns die Arbeitskräfte.

 

Ausgeglichen = unausgeglichen 

Die Lügner in der Bundesregierung verkaufen uns einen ausgeglichenen Haushalt schon dann, wenn die Schuldenneuaufnahme die Investitionskosten nicht übersteigt. Das ist natürlich dummes Zeug. Es ist nichts weiter als die eigenen Fehler schönzureden.

Wenn ich mir persönlich ein Auto auf Pump kaufe (investiere, um zur Arbeit zu kommen), sind das nichts weiter als reguläre Schulden.

Selbst ein Taxifahrer, der mit dem Auto richtig Geld verdienen kann, hat durch solch einen Kauf auf Pump Schulden gemacht und muss diese mühsam von seinem verdienten abstottern. D.h., er muss fortan einen großen Teil seines Einkommens an die Banken abführen. Nicht anders ist es mit der Bundesregierung. Nein, es gibt da eine sehr gewichtige Ausnahme, die Bundesregierung zahlt ihre Schulden nicht zurück. Anders der "Taxifahrer", dieser zahlt sein Geld zurück. Täte er es nicht, würde man sein Taxi pfänden.

Ein Blick über den Tellerrand hinaus zeigt uns, dass es andere Staaten ganz ähnlich machen. Aber nur weil alle in die selbe Kerbe schlagen, wird es nicht richtiger.

 

Konsumieren

Uns wird immer wieder eingetrichtert, wir müssten konsumieren. Nur wenn wir möglichst viel arbeiten (nur so kann uns der Fiskus optimal abzocken) und unser Geld brav wieder ausgeben, damit der Konsummotor am Laufen bleibt, nur dann würde die Wirtschaft funktionieren.

Muss man solch ein dummes Gerede wirklich glauben???

Wer sind jene, die davon profitieren? Die Masse bestimmt nicht, denn Statistiken belegen, dass etwa 5% der Bundesbürger über 2/3 aller Einnahmen verfügen. Diese wenigen 5% sind also allemal die Nutznießer dieses Systems. Sie leben auf Kosten der Masse, die sie bis zur Schmerzgrenze ausbeuten. Sie gaukeln der Masse vor, sie müsste am Aufschwung teilhaben, d.h., sie müsste Haus, Auto, Urlaubsreise, Elektronikgeräte und was nicht alles haben. Und dieses ihnen vor die Augen haltend, werden sie gedrängt, dafür das kostbarste herzugeben was sie haben, ihre Kraft und ihre Zeit. In den meisten Fällen wird ihnen so viel Zeit genommen, dass sie kaum noch Gelegenheit haben darüber nachzudenken, was man eigentlich mit dem kostbaren Gut "Zeit" alles anfangen kann. Das bisschen Zeit, was ihnen nach der Arbeit noch bleibt, brauchen sie um sich etwas zu erholen und um den täglichen Erfordernissen des Lebens Rechnung zu tragen. Ausgepowert fallen sie nach getaner Arbeit in den Sessel und lassen sich vom Fernsehprogramm nicht nur den Rest ihrer Zeit rauben, nein durchs Fernsehen werden sie auch immer wieder aufs neue auf die Dinge programmiert, die sie demnächst zu kaufen haben und was sie zu glauben haben; z.B. dass es unserer Sicherheit dient, dass deutsche Soldaten im Hindukusch stationiert sind und bereit sind, dort ihr Leben für uns zu opfern. Allemal sollen sie (die Bürger im Fernsehsessel) zusehen dürfen, wie gut es uns doch geht, und wie die Schauspieler (die Sternchen unserer Gesellschaft) uns das Leben der Reichen auf den Traumschiffen, in den Villen und Schlössern und natürlich meist auch großen Autos vorführen.

Ist das ein erfülltes Leben?

 

Leben 

Leben, was heißt LEBEN überhaupt? Sicherlich wird jeder diesen Begriff anders interpretieren. Und das ist auch richtig so, denn jeder wird sich vom LEBEN etwas anderes versprechen. Aber wenn das LEBEN befriedigend sein soll, sollte man doch in diesem LEBEN die Dinge tun, die einem wichtig sind.

Aber der Durchschnittsbürger ist weit davon entfernt die Dinge zu tun, die sein Herz begehrt. Wenn ihm nach einem neuen Auto ist, dann ist das nicht wirklich das, was sein Herz begehrt. Es ist allenfalls das, in welche Richtung Werbung und Standesdenken seine Wünsche manifestiert hat.

Ist man glücklich und zufrieden, wenn man den Gegenstand der Begierde gekauft hat? In den meisten Fällen nicht. Neue Wünsche müssen her, so geht es immer weiter. (Wäre es anders, würde ja auch die Wirtschaft schnell an Schwung verlieren.)

Wer das nicht glaubt, sollte wissen, dass die meisten Lottomillionäre (der größte Wunsch der programmierten Masse) alles andere als glücklich sind. Geld und Besitz machen eben nicht glücklich. – Warum diesem also ungebührlich viel Zeit und Energie widmen?

 

Arbeitszeit

Im Jahre 2000 erließ die Bundesregierung ein Gesetz auf das Recht auf Teilzeitarbeit. Klar, dass die Opposition (damals die CDU) dieses Gesetz sofort wieder kippen wollte.

Nun, mir kam dieses Gesetz sehr gelegen. Am Tag, nachdem das Gesetz den Bundesrat passierte wurde ich in der Personalstelle vorstellig und durfte (nachdem die vom Gesetzgeber vorgegebene Kündigungszeit von drei Monaten abgelaufen war) meine Arbeit reduzieren. Ein wirklicher Segen, endlich einmal Zeit für sich selbst zu haben, die Dinge tun, nach denen das Herz sich sehnt.

 

Kein Präzedenzfall

Zwei Jahrzehnte zuvor bin ich mit demselben Anliegen schon einmal vorstellig geworden. Dieses wurde entschieden abgelehnt mit der Begründung, man wolle keinen Präzedenzfall schaffen.

Damit meinten sie, es solle nicht Schule machen, dass ein Arbeitnehmer nach dem anderen sich für kürzere Arbeitszeiten entscheiden würde. Übrigens ein völlig unbegründeter Verdacht, denn in der Praxis (und da gibt es nur sehr wenig Ausnahmen, die nicht der Rede wert sind) ist die große Masse der männlichen Arbeitnehmer nicht an einer verkürzten Arbeitszeit interessiert. Nicht, dass es nicht verlockend wäre, das ist es wohl, doch der Mammon, auf den sie auf keinen Fall verzichten wollen, lässt das nicht zu. Lieber würden sie Überstunden machen, um so noch mehr ihrer (vergänglichen) irdischen Bedürfnisse befriedigen zu können. Nach der Statistik dürften in den 70iger Jahren deutlich weniger als 3% der Männer einer Teilzeitbeschäftigung nachgegangen sein. Momentan soll die Quote bei 8% liegen.

Die meisten sind mehr oder weniger "Gehirngewaschen" und es wird ihnen nicht einmal bewusst.

 

Wenn die Arbeitgeber im allgemeinen die volle Arbeitszeit von den bei ihnen Beschäftigten einfordern, zeigt das auch ihre Gesinnung. Sie sind zweifelsohne ein Teil jener 5% die davon profitieren, dass die Masse mit allen Mitteln der Kunst (sie soll immer noch denken, alles ist rechtens und ihr geht es gut) ausgenutzt wird.

 

Arbeitsmarkt

Das Wohl ihrer Arbeiterschaft liegt nicht in ihrem Interesse. Oder weswegen ist der Krankenstand wohl so hoch. Oder weswegen müssen viele Beschäftigte schon lange vor dem Renteneintrittsalter mit der Arbeit aufhören? Viele sind durch die Arbeit, der sie Jahrzehnte nachgingen, einfach körperlich auf, sie sind verschlissen. Und der Arbeitsmarkt gibt es her, frei werdende Stellen mit noch unverbrauchten und meist sogar billigeren jüngeren Arbeitskräften zu ersetzen.

Ein hoher Stand an Arbeitssuchenden eröffnet den Arbeitgebern ungeahnte Möglichkeiten, Arbeitskräfte zu Dumpinglöhnen und sehr ungünstigen Arbeitsbedingungen einzustellen. – Mehr Arbeit für weniger Geld. Überstunden, Schichtarbeit, Wochenendarbeit u. v. m., eingeschlossen. Wem das nicht passt, der darf gehen oder wird gar nicht erst eingestellt.

 

Leiharbeiter

Der Trend sind jetzt Leiharbeiter. Firmen, die Arbeitskräfte verleihen, haben mehrstellige Zuwachsraten gehabt. Jene Arbeitskräfte sind nicht nur noch billiger, sie können auch sofort wieder zurückgegeben werden. Das ist für viele Firmen recht praktikabel und so wächst langsam eine "Zweite-Klasse-Arbeiterschaft" heran, die weniger Rechte und auch noch weniger Geld hat.

Die Regeln, um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, sind dermaßen gestaltet, dass den hilflosen arbeitswilligen Arbeitssuchenden in vielen Fällen nichts anderes übrig bleibt, als mit einer Verleihfirma einen Vertrag einzugehen.

Eigentlich sollte doch die Zeit der "Sklaven" der Vergangenheit angehören. Doch derzeit wächst in unserem Land eine neue "Sklavenklasse" heran. Man nennt sie nicht Sklaven, doch aus meiner Sicht sind es nichts weiter als moderne Sklaven. Warum also das Kind nicht beim Namen nennen?

 

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Armes Land, arme Mitbürger, wie wird es weitergehen? Düstere Wolken ziehen herauf; kommt es demnächst zu einem reinigenden Gewitter?


Autor: B. Freytag

www.berndfreytag.de/diesudas/lebensphilosophie.htm